Monitoring: Propaganda, Feindbilder und antiisraelische Parolen auf Solidaritätsdemo mit dem iranischen Regime
Am Ostersonntag, dem 5. April 2026, fand in Berlin eine Solidaritätsdemonstration mit der Islamischen Republik Iran statt. Dem bundesweiten Aufruf folgten nach Polizeiangaben in der Spitze bis zu 700 Personen. Der Zug führte vom Washingtonplatz zum Brandenburger Tor.
Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Stoppt die US-israelische Aggression! Hände weg vom Iran, Libanon, Palästina & Sudan!“ Die skandierten Parolen zeichneten ein eindeutig antiwestliches und antiisraelisches Freund-Feind-Schema. Mitveranstalter war der Frankfurter Social-Media- und Polit-Aktivist Hani Karimian, der im Rhein-Main-Gebiet als das öffentliche Gesicht der islamistischen Gruppe „Salehin“ gilt. Die Gruppe tritt vordergründig als Jugendorganisation mit kulturell-religiöser Ausrichtung auf, fungiert tatsächlich aber als Plattform für antisemitische Agitation und Propaganda des iranischen Regimes. Sie nutzt den Rahmen von Bildung und Gemeinschaft, um radikale Ideologien zu verbreiten und junge Muslime im Sinne der islamischen Revolution zu beeinflussen.
Zuvor war Karimian stellvertretender Bundesvorsitzender der Jugendorganisation der Todenhöfer-Partei „Die Jungen Gerechten“.
Neben Regime-Anhängern nahmen auch zahlreiche Personen der Palästina-Protest-Bewegung an dieser Versammlung teil, die seit dem 7. Oktober 2023 regelmäßig gegen Israel demonstrieren. Beide Lager verbindet die gemeinsame Ablehnung des Westens und vor allem Israels, wobei das iranische Regime als Unterstützer und Wegbereiter des Widerstands glorifiziert wird.
Versammlungsteilnehmende zeigten Fahnen und Symbole der Islamischen Republik Iran und skandierten israelfeindliche Parolen.
Neben politischen Redebeiträgen, darunter ein Beitrag von Ibrahim Ibrahim, Vorsitzender des Vereins „Demokratische Komitees Palästinas e. V.“ (DKP) und Sprecher des „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees“ (VPNK), wurden wiederholt Propaganda-Lieder eingespielt, die dem staatlichen iranischen Repertoire zuzuordnen sind. Unter den gespielten Liedern befand sich „Vatan Foroushi“ des regimenahen Sängers Hossein Taheri. Der Text richtet sich gegen die „Frau-Leben-Freiheit“-Proteste von September 2022 und wirft den Demonstrierenden unter anderem moralischen Verfall und Vaterlandsverrat vor. Begriffe wie „Tan Foroushi“ (Körperverkauf) und „Vatan Foroushi“ (Vaterlandsverrat) fungieren dabei als politische Abwertung von Opposition und Protestbewegung.
Ein weiteres mehrfach abgespieltes Lied bezog sich auf die historische Schlacht von Khaybar und enthielt israelfeindliche Aussagen sowie Forderungen nach der Vernichtung Israels und des Zionismus. Solche Lieder sind durch ihre repetitive Struktur und rhythmische Gestaltung darauf ausgelegt, eine starke emotionale und kollektive Wirkung innerhalb politischer Versammlungen zu entfalten. Sie dienen als Form akustischer Mobilmachung für die Basis des autoritär-klerikalen Regimes.
Daneben prägten gängige Verschwörungsnarrative die Versammlung, wonach der Westen und Israel – unterstützt durch westliche Medien – als Drahtzieher einer umfassenden Aggression gegen den Iran, Palästina und den Libanon dargestellt wurden.


