Monitoring: Antizionistische Parolen bei traditioneller LL-Demo
Am Sonntag, dem 11. Januar 2026, beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 8.000 bis 8.500 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet und mehreren europäischen Ländern an der traditionellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration in Berlin.
Die überwiegend von antiimperialistischen, kommunistischen und linksradikalen Gruppen getragene Veranstaltung gedenkt jährlich der 1919 ermordeten KPD-Mitbegründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht – teilweise wird auch Wladimir Iljitsch Lenin einbezogen.
Die Demonstrationsroute führte wie jedes Jahr, vom U-Bahnhof Frankfurter Tor über die Frankfurter Allee zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Lichtenberg. Im Vergleich zu den meisten Vorjahren verlief die Veranstaltung weitgehend störungsfrei. Vereinzelt kam es zum Zünden von Pyrotechnik und Rauchtöpfen. Wegen verbotener Parolen und Widerstandshandlungen kam es zu 8 Ingewahrsamnahmen.
Zu sehen waren zahlreiche Fahnen der MLPD, DKP und KPD sowie Flaggen der ehemaligen DDR und Nordkoreas. In Redebeiträgen und auf Transparenten wurde Solidarität mit Palästina, Kuba und Venezuela bekundet. Mehrfach wurde die sofortige Freilassung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefordert, der am 3. Januar 2026 bei einer US-Militäroperation („Operation Absolute Resolve“) in Caracas festgenommen und seither in den USA in Haft gehalten wird.
Auffallend war in diesem Jahr die große Beteiligung überwiegend junger und jugendlicher Teilnehmender im sog. „revolutionären Block“. Thematisch blieb man – wie seit Jahren – bei einem martialischen Auftreten.
Aus dem revolutionären Block heraus wurden antizionistische Parolen skandiert, darunter der Spruch „From the river to the sea, Palestine will be free“ sowie „Tod dem Zionismus“, eine gewaltvolle, explizit gegen Israel gerichtete Formulierung.
Im Vergleich zum Vorjahr fiel der „Palästina-Block“, der vom "Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee" angeführt wurde, deutlich kleiner aus. Auf einem Transparent wurde dort der Boykott israelischer Universitäten gefordert. Zudem kam es aus dem Block wiederholt zu israelfeindlichen Sprechchören.
Kurz vor Erreichen des Friedhofs versuchte der sog. revolutionäre Block, aus der Demo auszubrechen und in den Bahnhof Lichtenberg zu gelangen. Dieser Versuch wurde aber nach einer kurzen Konfrontation mit der Polizei abgebrochen und der Block setzte den Weg zum Friedhof fort.