Antisemitismus»Drecksjude« – antisemitische Parolen und Angriffe auf Journalisten bei antiisraelischen Demonstrationen in Berlin

Am Wochenende vom 22. und 23. April kam es zu israelfeindlichen Demonstrationen in Berlin. Die Teilnehmer skandierten antisemitische und gewaltverherrlichende Parolen, die Stimmung auf den Versammlungen war extrem pressefeindlich.

Am Samstag, dem 23. April, versammelten sich rund 700 Personen am Oranienplatz in Berlin und zogen zum Hermannplatz. Laut den Veranstaltern richtete sich die Demonstration „gegen die anhaltende Enteignung der Palästinenser in Jerusalem und extreme Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung“, aufgerufen hatte die Gruppe „Palästina Spricht“. Es beteiligten sich zahlreiche palästinensische und linke Gruppierungen. Im Zuge der Veranstaltung wurden Parolen laut, die das Existenzrecht Israels leugnen – etwa „From the River to the Sea, Palestine will be free“.

Von Anhängern der PFLP-nahen Gruppierung Samidoun wurden u. a. die Qassam-Brigaden, eine Unterorganisation der islamistischen Hamas, in Parolen wie „Schlag zu, oh Qassam, lasst die Zionisten nicht schlafen!“ verherrlicht.

Journalisten vor Ort wurden mehrfach verbal sowie körperlich attackiert. Ein Journalist wurde als „Drecksjude“ beschimpft und musste von der Polizei in Sicherheit gebracht werden. Auf Drängen des Veranstalters wurde ein anderer Journalist von der Polizei der Demonstration verwiesen.

Nach der Veranstaltung kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter ehemaligen Teilnehmern.

Bereits am Vortag, den 22.04., hatten sich laut Polizeiangaben 750 Personen am Rathaus Neukölln zu einer Demonstration „zum Beistand für Jerusalem und Al-Aqsa-Moschee“ versammelt. Veranstalter war der „Verband der palästinensischen und arabischen Vereine und Institutionen in Berlin“. Es wurden antisemitische Parolen wie „Khaybar Khaybar Oh ihr Juden, die Armee Mohammeds wird zurückkehren“ skandiert und der Sprecher der Qassam-Brigaden Abu Ubaida verherrlicht. Laut Polizei kam es zu Steinwürfen auf Einsatzkräfte.

Aufhänger der aktuellen Proteste waren die Ausschreitungen und Auseinandersetzungen auf dem Tempelberg in Jerusalem.

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