MonitoringEpstein-Demo: Verschwörungsideologen unter sich

Nur 700 Personen nahmen an der Naidoo-Demo teil.

Am Samstag, den 14. März 2026, fand in Berlin-Tiergarten am Großen Stern eine Demonstration unter dem Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex“ statt. Zu der Versammlung hatten im Vorfeld mehrere Akteur*innen aus dem verschwörungsideologischen Milieu mobilisiert; einige von ihnen nahmen auch selbst an der Veranstaltung teil. Darunter befanden sich der Sänger Xavier Naidoo, der Querfront-Aktivist Lars Mährholz, der Reichsbürger Christoph Kastius, die rechten Influencer Michelle Gollan („eingollan“), der Coronaleugner Michael Bründel alias „Captain Future“ und Aktivisten der extrem rechten Zeitschrift „Compact“. Als Veranstalter trat der extrem rechte Medienaktivist Matthäus Westfal („Aktivist Mann“) hervor.

In Teilen war diese Konstellation bereits seit 2014 im Umfeld der sogenannten „Montagsmahnwachen für den Frieden“ und später bei den „Querdenker“-Demonstrationen während der Corona-Pandemie aktiv und vernetzt. Sowohl die „Mahnwachen“ als auch die „Querdenken“-Demonstrationen waren durch ein hohes Maß an verschwörungsideologischen, teilweise antisemitischen Inhalten geprägt und wiesen zugleich eine deutliche Anschlussfähigkeit an die Reichsbürgerszene auf. Ebenfalls vor Ort waren Neonazis der Gruppierung „Deutsche Patrioten voran“ um die gerade aus der Untersuchungshaft entlassene Mandy G. sowie Teile der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“, darunter der Berliner Vorsitzende Martin Kohler. Die Route führte durch das Regierungsviertel, vorbei am Kanzleramt, wo Xavier Naidoo eine Petitionsschrift „zum Schutz der Kinder“ abgab, unter „Lügenpresse“-Rufen entlang des ARD-Hauptstadtstudios und schließlich zurück zur Siegessäule. Mit etwa 700 Teilnehmenden blieb die Veranstaltung deutlich hinter der angemeldeten Zahl von 10.000 zurück.

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