AktuellesGedenken an die Waffen-SS im lettischen Riga

Am 16. März versammelten sich etwa 300 Personen in der lettischen Hauptstadt Riga, um den lettischen SS-Verbänden zu gedenken. Die zunächst aus Freiwilligen bestehenden SS-Bataillone kämpften vom 16.-18. März 1944 gegen die Rote Armee.

Auftakt des Gedenkens bildete eine Zeremonie in der Sankt-Johannes-Kirche. Daraufhin stellten sich die etwa 300 Teilnehmer für eine Prozession durch die Rigaer Altstadt auf. Angeführt wurde dieser Marsch in Richtung des Denkmals für die lettische Unabhängigkeit von zwei Geistlichen derselben Kirche. Am Denkmal warteten junge Männer und Frauen mit lettischen Fahnen und Blumen im Spalier, um den Zug zu empfangen. Die Teilnehmer, darunter auch Politiker rechter Parteien aus Lettland, legten Blumen und Kerzen am Fuß des Denkmals nieder.

Während der Versammlung wurden zahlreiche nationalistische Symbole mit NS-Bezug zur Schau gestellt. Darunter ein Wimpel der Lettischen Legion, Hakenkreuze, das alte Symbol der ukrainischen Azov Brigaden sowie der beiden lettischen SS-Freiwilligenverbände.

Der Aufmarsch hatte internationalen Zulauf. Eine Delegation aus Estland hatte ihre Mützen und Jacken mit dem Symbol der estnischen SS-Brigade verziert und eine jüngere Gruppe Neonazis trug Armbinden mit der Aufschrift „NS Gemer“ und dem slowakischen Doppelkreuz, Gemer ist der Name einer slowakischen Grenzregion zu Ungarn. Auch aus Spanien war eine Gruppe älterer Herren zur Unterstützung der División Azul (Blaue Division) gekommen, einer spanischen Freiwilligenbrigade innerhalb der deutschen Wehrmacht.

Zeitzeugen der lettischen SS-Verbände werden immer weniger, lediglich drei ältere Männer in Uniform waren am Aufmarsch beteiligt. Über die vergangenen Jahre ging auch die Teilnehmerzahl deutlich zurück.

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