AktuellesNeonazis marschieren auf dem Gehweg gegen den CSD

Erneut fand ein neonazistisch geprägter Protest gegen den Christopher Street Day (CSD) statt. Rund 45 Teilnehmende versammelten sich in Frankfurt (Oder), um gegen die queere Veranstaltung zwischen Frankfurt (Oder) und dem polnischen Słubice zu demonstrieren. Damit fiel der Aufzug klein aus und fügt sich in einen anhaltenden Abwärtstrend entsprechender Mobilisierungen ein.

Organisiert wurde der Aufzug von der „Jägertruppe“. Beteiligt waren zudem Personen aus dem Umfeld der „Deutschen Patrioten voran“ sowie kleinere lokale Gruppen aus Frankfurt (Oder), darunter die „Bruderschaft Wolfsschar“. Diese wird vor allem von langjährig aktiven Neonazis aus Frankfurt (Oder) um Siegfried Pauly getragen. Auffällig war das Fehlen weiterer Jugend-Gruppen der extremen Rechten, die in den vergangenen Jahren regelmäßig im Zusammenhang mit CSD-Gegenprotesten mobilisierten.

Die geringe Teilnehmendenzahl prägte den Ablauf. Die Polizei ließ den Aufzug ausschließlich auf dem Bürgersteig laufen.

Wegen des Verdachts auf das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie wegen Volksverhetzung wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Anlass waren mehrere offen gezeigte nationalsozialistische Tätowierungen eines Teilnehmers sowie die rassistischen und queerfeindlichen Inhalte im Redebeitrag von Siegfried Pauly, der behauptete, HIV/AIDS sei die Krankheit von homosexuellen sowie Schwarzen Menschen.

Der Aufmarsch verlief in deutlicher räumlicher Trennung zum CSD und blieb ohne Außenwirkung. Der grenzüberschreitende CSD in Frankfurt (Oder) und Słubice konnte dagegen mit rund 500 Teilnehmenden sichtbar und störungsfrei stattfinden.

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