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Berlin Rechtsextremismus

Aufmarsch des III. Weg in Berlin: Neonazis gehen auf Polizei los

Am Samstag, den 03.10.2020, beteiligten sich in Berlin-Hohenschönhausen rund 300 Rechtsextreme an einer Demonstration der neonazistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“. Die Teilnehmenden reisten aus verschiedenen Bundesländern und dem europäischen Ausland an; ein schwedischer Vertreter der neonazistischen „Nordic Resistance Movement“ trat als Redner auf und verbreitete rassistisches Gedankengut. Die bestens vernetzte skandinavische Gruppe war bereits in der Vergangenheit etwa beim „Tag der Ehre“ in Budapest mit aggressiv-antisemitischen Reden aufgefallen. Die Neonazis sammelten sich ab den Mittagsstunden am S-Bahnhof Wartenberg. Nach einer Auftaktkundgebung begannen die Rechtsextremen gegen 16 Uhr mit ihrer Demonstration. Weit kamen sie allerdings nicht: Die Aufmarschroute war schon am Vormittag von hunderten Gegendemonstrantinnen blockiert worden. Nach rund 500 Metern mussten die Neonazis über eine Stunde lang auf der Stelle verharren. Sie nutzten die erzwungene Pause für eine Zwischenkundgebung. Nach der Ankündigung des Versammlungsleiters Tony Gentsch, die Demonstration aufzulösen, sofern die Polizei nicht für ihren Fortgang sorgen würde, ging die Polizei in einer Seitenstraße gegen eine Blockade vor und räumte den Neonazis den Weg frei. Die Demonstration des III. Weg zog auf einer massiv verkürzten Ausweichroute zurück zum Bahnhof Wartenberg, um eine Abschlusskundgebung abzuhalten. Dort trat der Szene-Rechtsanwalt Wolfram Nahrath auf, der in der Vergangenheit bekannte Holocaustleugnerinnen wie Ursula Haverbeck und Gerd Walther vor Gericht vertrat.
Am Rande der Demonstration gab es lautstarken Protest; vereinzelt flogen Steine und andere Gegenstände in Richtung der rechtsextremen Demonstration. Einige Rechtsextreme versuchten daraufhin, aus der Demonstration auszubrechen. Polizisten, die sie daran hinderten, wurden von den Neonazis mit Schildern geschlagen sowie mit Gegenständen beworfen.