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Corona-Proteste in Berlin – Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Am 16.05.2020 demonstrierten an verschiedenen Orten in Berlin erneut einige hundert Menschen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Demonstrant*innen trafen sich am Alexanderplatz und vor dem Reichstagsgebäude, aber auch am Rosa-Luxemburg-Platz und vor dem Sitz des Robert-Koch-Instituts fanden sich einzelne Protestler ein.
Viele Teilnehmer*innen leugneten die Gefährlichkeit des Corona-Virus und verbreiteten Verschwörungstheorien. Einzelne Demonstranten relativierten zudem – wie schon in den vergangenen Wochen – den Nationalsozialismus und die Shoah. So trug ein Teilnehmer auf dem T-Shirt einen „Judenstern“ mit der Inschrift „Ungeimpft“, ein weiterer Teilnehmer unterstellte der Polizei, sie würde die Protestler „nach Auschwitz“ deportieren wollen. Die Teilnehmer*innen kamen aus unterschiedlichen politischen Spektren, unter ihnen befanden sich erneut bekannte Rechtsextreme und Neonazis.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot in der gesamten Stadt im Einsatz. Angemeldete Versammlungen mit bis zu 50 Personen wurden geduldet, größere Zusammenkünfte wurden von der Polizei unter Verweis auf die Eindämmungsmaßnahmenverordnung aufgelöst. Dabei kam es zu mehreren Festnahmen.