Webdoku

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Neues democ.-Projekt: Webdoku zu On- und Offline-Dynamiken antisemitischer, verschwörungsideologischer und rechtsextremer Bewegungen

Ob der Sturm auf das Kapitol, Aktionen der Querdenken-Bewegung oder sich online formierende Terrorzellen – stärker denn je nutzt die globale extreme Rechte digitale Räume, um (gewalttätige) Proteste und Aktionen zu organisieren, zu finanzieren und zu inszenieren. In Chatgruppen, rechten Boards und Livestream-Kommentarspalten finden sich Akteur*innen zusammen, um verhältnismäßig kleine Demonstrationen zu digitalen Massenevents zu machen und ihren Forderungen in der öffentlichen Debatte so Gewicht zu verleihen. Durch die Liveübertragung und den regen Chat-Austausch werden Online-Zuschauer*innen zu aktiven Teilnehmenden, während den Menschen vor Ort durch die hohe Online-Reichweite eine hohe Strahlkraft suggeriert wird. Einige Livestreams erreichen selbst bei kleinen Events innerhalb kürzester Zeit Zehntausende; Demonstrationen werden zunehmend als symbolische Inszenierungen für die Übertragung im Netz organisiert. Auch andere antisemitische Aktionen wie der jährlich stattfindende Al-Quds-Tag oder antiisraelische Proteste im Mai 2021 fanden zuletzt nicht mehr nur in Form von Demonstrationen auf der Straße, sondern primär als internationale Social-Media-Kampagnen statt. Die digitalen Diskursräume der Messengerdienste und Kommentarspalten blieben in der Öffentlichkeit lange Zeit weitestgehend unbeachtet, obwohl sie stetig steigende Nutzer*innenzahlen verzeichnen und wesentlich zur Radikalisierung der User beitragen.

Mit Förderung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) entwickelt der Verein democ. in den Jahren 2022 und 2023 eine Webdoku zur Wechselwirkung von Online- und Offline-Aktivitäten antisemitischer, verschwörungsideologischer und rechtsextremer Bewegungen. Exemplarisch werden aktuelle Demonstrationen, Aktionen und Ereignisse in diesen Milieus untersucht und durch eigene Video-/Foto-Aufnahmen und Infografiken sowie Auszügen aus Livestreams und Telegram-Kanälen analysiert und visualisiert.

Ansprechpartner:

Grischa Stanjek (Projektleiter)
grischa.stanjek@democ.de

Linus Pook (Projektmitarbeiter)
linus.pook@democ.de

Telefon: 030 57712221

Förderer:

Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ).

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