Ausschreibungen: Werkvertrag über eine geschichtswissenschaftliche Studie zum Anschlag auf das Restaurant Mifgash Israel im Januar 1982

democ e. V. sucht im Rahmen des Projekts „Mifgash Israel 1982“ eine*n Historiker*in mit einschlägiger Expertise zur Durchführung einer geschichtswissenschaftlichen Studie, Erstellung eines Forschungsberichts sowie Aufbereitung der Ergebnisse für eine mobile Wanderausstellung.

Hintergrund

Am 15. Januar 1982 explodierte im israelischen Restaurant Mifgash Israel in Berlin-Wilmersdorf eine Bombe. 25 Menschen wurden verletzt, acht davon lebensgefährlich; die 14 Monate alte Jennifer A. erlag wenige Tage später ihren Verletzungen. Die Täter*innen wurden bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen. Mit dem Projekt „Mifgash Israel 1982“ will democ e. V. diesen Anschlag historisch aufarbeiten und die Ergebnisse sowohl einer breiten Öffentlichkeit als auch einer Fachöffentlichkeit aus Wissenschaft, Behörden und Politik im Rahmen eines Forschungsberichts und einer Ausstellung zugänglich machen.

Gegenstand des Auftrags

Gegenstand des Auftrags ist zum einen eine geschichtswissenschaftliche Studie zum Anschlag auf das Restaurant Mifgash Israel im Umfang von ca. 90.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen), zum anderen Recherche von Bildmaterial und Aufbereitung der zentralen Ergebnisse als Infotexte für die Displaytafeln der begleitenden Wanderausstellung im Umfang von ca. 9.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Als Quellengrundlage dienen Unterlagen aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv, einschlägige Forschungsliteratur und die zeitgenössische mediale Berichterstattung; nach Möglichkeit sollen zudem westdeutsche Ermittlungsakten einbezogen werden. Die Antragstellung auf Akteneinsicht obliegt dem*der Auftragnehmer*in und wird von democ e. V. unterstützt. Die konkrete Fragestellung wird von dem*der Auftragnehmer*in entwickelt. Mögliche Fragestellungen sind als Teil der Bewerbung vorzulegen und zu begründen. Im Zentrum sollen dabei die Darstellung des Anschlaggeschehens, die Rezeption und Aufarbeitung des Anschlags, die bestehenden Lücken in dieser Aufarbeitung, die im Kontext des Anschlags relevanten extremistischen Akteur*innen und die Einbettung des Anschlags in den zeitgenössischen Antisemitismus stehen.

Leistungen und Termine

Im Rahmen des Auftrags sind vier einstündige Gespräche mit dem Auftraggeber (Kick-Off, Zwischenberichte, Abschlussgespräch) vorgesehen, darüber hinaus berichtet der*die Auftragnehmer*in über relevante Funde der Recherche und steht in regelmäßigem Austausch mit dem Auftraggeber (zzgl. zu den vier Gesprächen und definierten Zwischenberichten mind. vier schriftliche Statusberichte). Der erste Zwischenbericht besteht aus einer eigenständigen Textfassung zum Ablauf des Anschlags im Umfang von ca. 9.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) und ist bis zum 15.12.2026 vorzulegen; er wird für eine Veranstaltung zum Jahrestag des Anschlags im Januar 2027 benötigt. Ein zweiter Zwischenbericht zum Stand der Arbeit folgt bis zum 28.02.2027. Dieser umfasst eine Übersicht aller im Rahmen der Studie auszuwertenden Quellen und einen Zwischenstand inkl. Zusammenfassung zentraler Forschungsergebnisse, auch mit Hinblick auf die Verwendung für die Wanderausstellung. Forschungsbericht, Infotexte und für die Ausstellung zu verwendendes Bildmaterial sind in einer ersten vollständigen Fassung bis zum 15.04.2027 abzuliefern. Nach Abgabe erfolgt eine Abnahme durch den Auftraggeber; auf Grundlage von deren Rückmeldung sind bis zu zwei Überarbeitungsschleifen vorgesehen. Die endgültige, abgenommene Fassung ist bis zum 15.05.2027 vorzulegen.

Vergütung

Der geschätzte Auftragswert liegt bei bis zu 25.000 € brutto. Im Angebot sind die Gesamtkosten brutto inklusive sämtlicher Nebenkosten (etwa Reise- und Recherchekosten) sowie ein Tagessatz anzugeben. Maßgeblich für die Bewertung und die spätere Rechnungsstellung ist der vereinbarte Gesamtpreis (Werkvertrag). Da die Mittel im Haushaltsjahr 2026 verausgabt werden müssen, ist die Rechnung für den gesamten Auftrag unabhängig vom Bearbeitungsstand bereits bis zum 15.12.2026 zu stellen; der Zahlungsfluss muss bis zum 31.12.2026 abgeschlossen sein. Die inhaltliche Fertigstellung von Studie und Infotexten erfolgt davon unabhängig gemäß dem oben genannten Zeitplan bis zum 15.05.2027. Der Auftragnehmer ist trotz der Zahlung im Voraus zur Fertigstellung im Sinne des zu vereinbarenden Werkvertrags verpflichtet; bei Pflichtverletzungen behält sich der Auftraggeber die Rückforderung der Zahlung aus dem Dezember 2026 vor.

Nutzungsrechte

Mit Ablieferung und Bezahlung die ausschließlichen Nutzungs- und Verwertungsrechte an der Studie, dem Forschungsbericht und den Infotexten zeitlich, räumlich und inhaltlich unbefristet auf democ e. V. über – insbesondere zur Verwendung im Rahmen der Wanderausstellung, des Forschungsberichts und einer möglichen weiteren Publikation.

Anforderungen an Bewerber*innen

Erwartet werden eine Promotion oder eine vergleichbare Qualifikation in Geschichtswissenschaft bzw. Zeitgeschichte sowie eine ausgewiesene thematische Nähe zum Themenfeld, etwa in der Antisemitismusforschung, zur DDR-Geschichte oder zu Terrorismus.

Format und Lieferung

Die Studie ist auf Deutsch zu verfassen und als Word-Datei (.docx) zu liefern; die Umfangsangaben verstehen sich in Zeichen inklusive Leerzeichen. Formatvorgaben (Stylesheet) stellt die Auftraggeberin zur Verfügung.

Bewerbung

Wir bitten um ein Angebot von maximal fünf Seiten, das die eigene Expertise zu Forschung und Themenfeld darstellt, einen methodischen Ansatz sowie mögliche Fragestellungen skizziert, einen Zeitplan enthält und die Gesamtkosten brutto inklusive Nebenkosten sowie einen Tagessatz ausweist. Bei der Auswertung der Angebote fließen die fachliche Expertise (30 %), das vorgeschlagene Konzept einschließlich Fragestellung und Zeitplan (40 %) sowie der Angebotspreis (30 %) ein.

Bewerbungen sind bis zum 16.10.2026 per E-Mail an vergabe@democ.de zu richten.

Kontakt

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Linus Kebba Pook, vergabe@democ.de

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