Antisemitismus: Israelfeindliche Netzwerke in Deutschland: Die AGD und ihre Verbindung zur Hamas
Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 vergeht in Deutschland kaum ein Tag ohne israelfeindliche Demonstrationen. Was oft als spontaner, humanitärer Protest erscheint, wird im Hintergrund strategisch von ideologischen Netzwerken gesteuert. Die islamistische Jugendorganisation Anadolu Gençlik Derneği (AGD) agierte bislang weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit. Eine neue democ-Handreichung beleuchtet die Gruppierung.
Das ganze Dossier: Israelfeindliche Netzwerke – Die Anadolu Gençlik Derneği (AGD) und ihre Verbindung zur Hamas (auch als PDF-Download)
Recherchen von democ belegen nun erstmals die tiefgreifende Verflechtung des europäischen Ablegers dieser türkischen Organisation mit der Terrorherrschaft der Hamas und deren gezielte Einflussnahme auf die Proteste in Deutschland.
Die Kaderschmiede der Millî-Görüş-Bewegung
Die AGD gilt als zentrale Kaderschmiede der islamistischen Millî-Görüş-Bewegung und strebt ein schariabasiertes Gesellschaftsmodell an, das die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnt. In Deutschland tritt der Verein „Avrupa Gençlik Derneği“ (Europäische Jugendvereinigung) nach außen moderat auf, fungiert jedoch als verlängerter Arm der türkischen Mutterorganisation.
Direkter Draht zum Terror
Die democ-Recherchen zeigen die unverhohlene Unterstützung des Hamas-Terrors durch die AGD-Spitze in der Türkei: Bereits am Morgen des 7. Oktober 2023 feierte der türkische AGD-Vorsitzende Salih Turhan den Angriff auf X als „Erfolg der tapferen Söhne des Widerstands“. Auf AGD-Großveranstaltungen im Jahr 2024 und 2025 traten hochrangige Hamas-Funktionäre als Ehrengäste auf, darunter Fathi Hamad, der offen dazu aufrief, „jeden Juden auf der Erde abzuschlachten“. Die AGD ehrt führende Terroristen wie Yahya Sinwar öffentlich als „Märtyrer“ und verbreitet Propaganda-Videos, die zur Vernichtung Israels aufrufen. Daneben sind sie organisatorisch an Kampagnen wie der Global Sumud Flottille beteiligt.
Intransparente Mobilisierung und Spenden in Deutschland
In Berlin agierte die AGD auch als stiller Mitorganisator im Hintergrund, etwa bei den populären Autokorsos der Berliner Gruppierung „Justice48“. Ihr Vorsitzender reiste auch nach Tunis, um an der Global Sumud Flottille teilzunehmen. Besonders kritisch bewertet democ die Spendenaktivitäten der Organisation: Unter dem Dach der „AGD AID“ werden hohe Summen für Projekte im Gazastreifen gesammelt. Aufgrund fehlender Transparenz und öffentlicher Bilanzen besteht die dringende Gefahr, dass diese Gelder direkt in gefährliche Strukturen fließen.
Die vollständigen Rechercheergebnisse zur AGD, ihren personellen Verflechtungen und ihrer Ideologie finden Sie in unserem neuen Dossier: Israelfeindliche Netzwerke – Die Anadolu Gençlik Derneği (AGD) und ihre Verbindung zur Hamas (PDF, 32 Seiten)
»MAAP – Monitoring und Analyse antisemitischer Protestdynamiken« ist ein Projekt von democ. Für inhaltliche Aussagen tragen allein die AutorInnen die Verantwortung. Gefördert wird das Projekt durch den Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.


