Monitoring: AfD-Jugend demonstriert mit Parolen von „Identitären“ und Neonazis
Etwa 400 Personen beteiligten sich am 1. August 2026 am „Tag der deutschen Jugend“ in Schwerin. Aufgerufen hatte die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD). Die GD war im November 2025 in Gießen als Nachfolgeorganisation der „Jungen Alternative“ (JA) gegründet worden, nachdem diese vor dem Hintergrund ihrer Einstufung durch den Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ und der Befürchtung eines möglichen Vereinsverbots aufgelöst worden war.
Es war der erste öffentliche Auftritt der GD, zu dem bundesweit mobilisiert wurde. Die Außendarstellung der GD war dabei keineswegs weniger radikal als die der JA, im Gegenteil: Mit Parolen wie „Europa, Jugend, Reconquista“, „Send them back“ und „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ griffen die Teilnehmenden auf Losungen zurück, die bis vor wenigen Jahren noch den Demonstrationen der „Identitären Bewegung“ beziehungsweise Neonaziaufmärschen vorbehalten waren. Mehrere Teilnehmende des GD-Aufzugs trugen Kleidungsstücke von Neonazimarken wie „Thor Steinar“ oder „Label 23“.
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm rief dazu auf, mit der „illegalen Einwanderung“ Schluss zu machen, auf einem Transparent forderten Teilnehmende „millionenfache Remigration“. Der GD-Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm beschwor ein positives Bild der deutschen Geschichte und sagte, man könne „verdammt stolz auf unsere Vorfahren sein“ – den Nationalsozialismus und den Holocaust ließ er dabei unerwähnt.
Am Rande des Aufzugs kam zu Provokationen und Gerangel mit Gegendemonstranten. Offenbar wurde zudem ein GD-Funktionär auf der Anreise angegriffen und verletzt.


