AktuellesIsraelfeindliche und islamistische Propaganda bei Demonstration für das iranische Regime

Islamistische Demo für das iranische Regime

Am 24. Mai versammelten sich etwa 1500 Menschen zu einer Demonstration in Berlin-Mitte. Die Teilnehmerschaft setzte sich überwiegend aus Unterstützern der Islamischen Republik Iran zusammen; zudem schloss sich ein Palästina-Block mit ausgeprägter Eigendynamik der Versammlung an. Mobilisiert wurde von der neu gegründeten Initiative „Hayhat“.

„Hayhat“ (arabisch: هيهات) bedeutet sinngemäß „fern davon“ oder „niemals“. Der Ausdruck ist eng mit dem schiitischen Islam verbunden und geht auf den Ausspruch „Hayhat minna al-dhilla“ („Fern von uns ist die Erniedrigung“) zurück. Dieser verweist auf die religiöse Erinnerung an die Schlacht von Karbala im Jahr 680 n. Chr., die im schiitischen Islam als Symbol von Leid, Märtyrertum und Widerstand gilt. Heute wird der Begriff als Symbol der Ablehnung von Erniedrigung und Unterwerfung verwendet. Das prägte auch diese Versammlung. Als Mitveranstalter und Redner trat u.a. der Frankfurter Aktivist Hani Karimian in Erscheinung, der im Umfeld pro-iranischer und israelfeindlicher Demonstrationen für Positionen der Islamischen Republik Iran wirbt.

Die Versammlung warb für sich als „friedliche Großdemonstration für Menschlichkeit, Freiheit und Frieden ohne Feindbilder“. Tatsächlich wurden jedoch Israel und der Westen als klares Feindbild dargestellt, während die Islamische Republik als Gegenpol zur westlichen Politik inszeniert wurde. Während der Versammlung wurden wiederholt Propagandalieder des iranischen Regimes abgespielt und Ali Chamenei auf Portraits verherrlicht. Chamenei war der oberste Führer der Islamischen Republik Iran und damit die zentrale politische und religiöse Machtfigur des Landes. In dieser Funktion trug er maßgeblich die Verantwortung für das autoritär geführte System, schwere Menschenrechtsverletzungen, Repression gegen Oppositionelle und Einschränkungen von Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Er wurde am 28. Februar 2026 bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff in Teheran getötet.

Die Versammlung war stark israelfeindlich geprägt, teils bis hin zu offenem Antisemitismus: Ein Plakat trug die Aufschrift „Israel vergast Kinder“, wobei das Wort „vergast“ durchgestrichen und durch „verbrennt“ ersetzt worden war, jedoch deutlich lesbar blieb. Bei der Abschlusskundgebung präsentierten die Organisatoren zwei Puppen, die den US-Präsidenten Donald Trump und den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu darstellen sollten. Diese wurden von Kindern auf der Bühne zerfetzt.

Als Höhepunkt der Veranstaltung trat der Berliner Aktivist Jürgen Grassmann auf. Grassmann erlangte insbesondere durch seine Rolle als langjähriger Anmelder und Redner des sogenannten Al-Quds-Marsches Bekanntheit. Diese jährlich stattfindenden Demonstrationen wurden ursprünglich vom iranischen Regime initiiert und dienten der propagandistischen Mobilisierung gegen Israel. Sie standen über Jahre wegen antisemitischer Parolen, der Verherrlichung islamistischer Gruppen sowie ihrer Nähe zu Positionen des iranischen Regimes in der Kritik. In Berlin wurden die Demonstrationen zuletzt aufgrund behördlicher Einschränkungen im Rahmen des Versammlungsrechts faktisch nicht mehr durchgeführt. In seiner Rede behauptete Grassmann, der Iran habe der ganzen Welt gezeigt, „wie man zusammenhält gegen das Böse, gegen die teuflischen Mächte“. Begleitet und dokumentiert wurde die Versammlung zudem von einem Korrespondenten des iranischen Staatsfernsehens.

Bereits vor offiziellem Beginn der Versammlung kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Teilnehmenden einer Gegenversammlung, darunter Anhänger des Schah-Sohns und exiliranischen Oppositionellen Reza Pahlavi: Am Roten Rathaus, dem Startpunkt des Aufzugs, gerieten zwei Kleingruppen in eine Schlägerei, später bespritzte ein Demonstrationsteilnehmer einen Gegner des iranischen Regimes mit Ketchup. Kurz darauf wurde vom Lautsprecherwagen aus skandiert: „Exiliraner sind Faschisten“.

Auch Personen der israelfeindlichen Szene, die mehrmals wöchentlich gegen den israelischen Staat demonstrieren, schlossen sich der Versammlung in einem eigenen Block an. Darunter waren auch der Berliner Aktivist und Veranstalter von Demonstrationen, Ibrahim Ibrahim (Vereinigtes Palästinensisches Nationalkomitee) sowie ein Vertreter des Vereins „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“.

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